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Gemeinsam stark

Ulm. Der Abend endet mit einem Knaller: Maslankas „Testament“. Doch auch davor wissen die Stadtkapelle und das Jugendblasorchester Ulm/Alb-Donau beim Frühjahrskonzert im Kornhaus zu überzeugen.

SWP: ULRICH … | 27.04.2015
Foto: Lars Schwerdtfeger

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Franco Hänle führt seine Orchester mit erfahrener Hand.

Wettbewerbe, wohin das Ohr auch hört. Vor einer Woche präsentierte das Sinfonische Blasorchester Ulm zuhause sein Programm für das Landesmusikfest Mitte Mai in Karlsruhe. Jetzt hat die Stadtkapelle das ihre im Kornhaus vorgestellt. Beide Ensembles bewegen sich auf hohem Niveau. Sie fahren selbstbewusst und hochmotiviert ins Badische. Die Stadtkapelle hat jetzt die Messlatte für Ruhm und Ehre noch höher gelegt und sich mit dem Jugendblasorchester Ulm/Alb-Donau einen weiteren Wettbewerber ins Haus geholt. Das bot sich an, denn mit Franco Hänle leitet ein junger, wiewohl ruhiger und erfahrener Dirigent beide Orchester.

Er kommt ohne große Gesten aus, erwartet aber Emotion und Feuer – auch im Jugendorchester. Vier Konzertstücke haben die jungen Leute mit ihrem Dirigenten einstudiert. Allesamt typische Vertreter sinfonischer Bläsermusik von weitgehend zeitgenössischen Komponisten, die einen meisterlichen Umgang mit dem spanischen und lateinamerikanischen Erbe pflegen.

Wechselnden Tutti-Sound, differenzierte Dynamik und Tempi haben die Nachwuchsmusiker aller Register drauf, auch die vielbeschäftigten Schlagwerker können überzeugen, die Solisten sowieso.

Dass es noch überzeugender geht, beweist dann die Stadtkapelle mit ihrem ersten Stück „Raise Of The Son/Sun“ von Rossano Galante. Nahezu ohne Anstrengung bewegt sich der große Tutti-Apparat bei schärfster Phrasierung ins Fortissimo. Dass ausgerechnet in Bob Vos‘ bekannter „Suite Voor Harmonieorkest“ ein paar leichte Intonationsprobleme der Hörner zu vernehmen sind, spielt keine Rolle. Franco Hänle muss schließlich bis Karlsruhe noch an Kleinigkeiten arbeiten können. Auf jeden Fall ein großartiges und sehr anspruchsvolles Stück. Der Knaller des Abends aber war zweifellos „Testament“ von David Maslanka. Thematisch greift der 1943 geborene Amerikaner die Wunden um 9/11 auf, die Angriffe auf das World Trade Center in New York. Ungeheuer spannungsvolle Dynamik schildert das Ereignis und die Gefühle der Menschen, fantastische Schlagwerk-Variationen und Jazzpartien münden in ein dramatisches und langes Decrescendo.